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2. April 2012

Hochrisikoverfahren zur Erdgasgewinnung im Wartburgkreis nicht zulassen

Vor der Erdgasförderung in der Wartburgregion mit der gefährlichen Methode des ‚Fracking’ warnt Sascha Bilay, Landratskandidat der LINKEN im Wartburgkreis. Das Thüringer Landesbergamt habe auf drei Großflächen im Freistaat die Erlaubnis für Erkundungsmaßnahmen zur Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Vorkommen erteilt.

„Eine dieser Flächen berührt auch den Wartburgkreis“, informiert Bilay. Zur Fläche Weinbergen etwa gehöre der Norden des Landkreises. „Diese Flächen beherbergen auch den Hainich, der erst vor Kurzem zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt wurde“, betont Bilay.
Geplant sei offenbar die Anwendung der Methode des Fracking zur Gasgewinnung aus Schiefergestein. Bei diesem höchst umstrittenen Verfahren werde eine Mischung aus Wasser, Sand und verschiedenen Chemikalien unter Hochdruck in Bohrlöcher gepresst, erläutert Bilay. Durch die Einpressung breche tiefliegendes Gestein auf und das Schiefergas werde freigesetzt. Unter den Chemikalien seien giftige Substanzen. Zur Erkundungen seien zahlreiche Tiefenbohrungen vorgesehen.
Bilay kritisiert, dass die Genehmigungen nach dem Bergrecht erteilt wurden. Das Bergrecht setze jedoch Umwelt- und Sicherheitsvorschriften außer Kraft und räume den Unternehmen weitgehende Rechte auf Kosten betroffener Bürger und Kommunen ein. Bürgerbeteiligung sei nicht vorgesehen. Der Kommunalpolitiker verweist in diesem Zusammenhang auf beunruhigende Erfahrungen aus anderen Regionen. Es gab Zerstörungen an der Erdoberfläche bis hin zu kleinen Erdbeben. Nicht selten sei Grund- und Trinkwasser mit Chemikalien und Schwermetalle verschmutzt worden. Die hohen Risiken für die Umwelt, das Grundwasser und damit das Trinkwasser, seien längst bekannt.
Kritik richtet der Landratskandidat der LINKEN deshalb an Thüringens Landwirtschafts- und Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU). Der habe am 22. März im Landtag die Erkundungsmaßnahmen bagatellisiert und wirtschaftliche Aspekte hervorgehoben. „Eine Partei wie die CDU, die sonst bei jedem Windrad den Untergang des Abendlandes befürchte, gefährdet hier durch Verharmlosung einer Hochrisikomethode Mensch und Umwelt“, so Bilay abschließend.