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6. März 2012

K+S muss Produktionsmethoden umgehend umstellen

Sascha Bilay mit Katja Wolf und weiteren LINKEN auf dem Monte Kali

Mit einem Fünf-Punkte-Maßnahmekatalog haben Linkspolitiker ihre Forderung nach einem weniger natur- und umweltschädlichen Kali-Abbau an der Werra unterstrichen.

Umwelt- und Energiepolitiker der LINKEN verabschiedeten während einer Beratung am Montag die „Gerstunger Erklärung“. In dem Papier fordern LINKE-Spitzenpolitiker aus dem Europaparlament, dem Bundestag und den Landtagen einen sofortigen Stopp der Verpressung von Kali-Lauge in den Untergrund. "Dabei geht es uns nicht nur um den Schutz des Grundwassers, der umgehend gewährleistet werden muss. Es geht uns vor allem auch um Langzeitfolgen durch die immense Laugenbelastung, die auf kommende Generationen unweigerlich zukommen", unterstreicht Sascha Bilay, Landratskandidat der LINKEN im Wartburgkreis.
Bei der Beratung, die im Kali-Abbaurevier in Gerstungen stattfand, beschäftigte man sich auch mit Alternativen zur Laugenverpressung in den Boden und mit anderen Lösungen als dem Anhäufen riesiger Kali-Müllhalden über Tage. „Perspektivisch müsste der Abraum wieder in die entstandenen Hohlräume im Untergrund verfüllt werden“, fordert Bilay.
Die jetzige Praxis der Entsorgung von Abbauprodukten und das Verfüllen von entstandenen riesigen Hohlräumen mit Giftmüll unter Tage sowie der von K+S favorisierte Bau einer Laugenpipeline in die Nordsee seien keine verantwortbaren Lösungen. „Wir werden nicht nachlassen, dem Kali-Konzern auf die Finger zu schauen und ihn für den Raubbau an der Natur und Umwelt zu kritisieren. Es ist doch ein Skandal, dass aus Profitgier ein Großteil der natürlichen Ressourcen nicht aus dem Salz herausgeholt, sondern einfach in die Landschaft gekippt wird“, unterstreicht Sascha Bilay. Für ihn mache es insgesamt betrachtet keinen Unterschied, ob die Salzlauge zunächst in die Werra oder künftig in die Nordsee gekippt werde. „Ich will keine Diskussion führen, welche Variante die weniger schlimme Umweltbelastung erzeugt. Ich bleibe dabei, dass die Salzrückstände dahin gehören, wo sie herkommen“, betont der Kommunalpolitiker.
Der Linkspolitiker informiert abschließend darüber, dass er am Sonntag gemeinsam mit 16 Personen den so genannten Monte Kali bestieg, um sich vor Ort einen eigenen Eindruck von den Ausmaßen der Kalihalden zu machen.