aktuelle Meldungen aus dem Kreisverband
13. November 2015

Vernetzung der Flüchtlingsbetreuung im Erbstromtal/Hörselbergregion

Prof. Hans-Jörg Lessig

Am Montag, den 9.11.2015, trafen sich auf Einladung der Basisorganisation der LINKEN in Wutha-Farnroda interessierte Bürger, um sich über die Verbesserung der Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern auszutauschen. Anwesend waren aus dem Erbstromtal bzw. der Hörselbergregion z.B. die Schuldirektoren des Gymnasiums in Ruhla, der Regelschule in Wutha und der Grundschule in Wenigenlupnitz, Vertreter von ehrenamtlichen Initiativen aus den einzelnen Orten, wie der Kleiderkammer in Wutha oder vom Netzwerk WIR aus Ruhla oder auch Vertreter der Feuerwehr. Der Einladung waren auch 2 junge Afghaninnen sowie der Landrat Reinhard Krebs und die Ausländerbeauftragte Frau Hirschberg gefolgt.

In einer ersten Runde sprachen die jeweiligen Vertreter über die Aktivitäten zur Unterstützung der Asylbewerber und den Erfahrungen mit den Flüchtlingen. Das reichte vom ehrenamtlichen Sprachunterricht in Ruhla über das Erstellen einer mehrsprachigen Info-Tafel zu Feuerwehrthemen und diesbezüglichen Fragen bis zum Chorkonzert in Wenigenlupnitz und zeigte, dass das Zusammenleben und Erleben der neuen Mitbürger meist unkompliziert und offen ist, wir als Deutsche aber halt auch bereit sein müssen auf sie zuzugehen.

Von den Asylbewerberinnen wurde uns dargelegt, dass auch sie unter den viel zu langen Zeiten leiden bis die Asylanträge gestellt und entschieden werden, dass es große Probleme bei der Gewährung von Arztbesuchen gibt und dass eine Nationalitäten verträgliche Unterbringung erfolgen muss. Und da kam die Runde dann doch schnell bei der „großen Politik“ an, d.h. bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen, die immer nicht an die neue Situation angepasst worden sind. Da stimmen weder die personelle noch die finanzielle Ausstattung.

In der Diskussion kamen aber auch immer wieder die Ressentiments zur Sprache, die häufig durch gestreute Falschmeldungen noch „hochgekocht“ werden. Frau Hirschberg konnte mitteilen, dass seit wenigen Tagen in Ruhla und Bad Salzungen mit Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben“ jeweils eine Koordinierungsstelle eingerichtet worden ist und in den nächsten Tagen auch professioneller Deutschunterricht anlaufen wird – das hat ja auch lange genug gedauert. Über dieses Programm können auch weitere ehrenamtliche Initiativen materiell abgesichert und unterstützt werden und zwar mit geringem organisatorischem Aufwand. Und auch der Landrat appellierte daran, dass die Unterbringung weiterer Flüchtlinge nur mit Unterstützung durch die Kommunen und deren Mandatsträger zu bewältigen ist, denn es sollen zu den derzeit knapp 900 Asylbewerbern nochmals mindestens 500 bis Jahresende dazu kommen.

Abschließend fasste Prof. Lessig als Moderator der Veranstaltung zusammen, dass dieser Erfahrungsaustausch unter den „Gutwilligen“ überfällig war, eine Vernetzung in der Region nun leichter möglich ist und diese Veranstaltung in ca. einem halben Jahr eine Fortsetzung finden sollte.

Prof. Hans-Jörg Lessig
Fraktionsvorsitzender Kreistag