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21. April 2017 Gerd Anacker

Marxsche Philosophie – heute aktueller denn je

 

Zur Filmveranstaltung „Der junge Marx“ kamen über 90 Besucher zum pap

Bad Salzungen – Der Besucherstrom zum Kinocenter pap ebbte am Mittwochabend nicht ab und die Kinobetreiber, als auch Die Linke als Organisator des seit Anfang März in Deutschland laufenden Spielfilms hatten Bange, ob der Kinosaal 4 mit 130 Plätzen wohl ausreichen würde.

Die Spannung der Kinogäste war groß, wie wohl die beiden philosophischen Geistesgrößen Karl Marx und Friedrich Engels zu Beginn der Industrialisierung um 1840 dargestellt werden. Recht bald wurde aber sichtbar, dass der große Film des Regisseurs Raoul Peck präzise und vorurteilsfrei die Reifejahre des großen Philosophen Karl Marx und seine wachsende und fruchtbare Freundschaft mit Friedrich Engels zum Ausdruck bringt. Nach Ansicht von Geschichtskennern, wurden die politischen und sozialen Krisen in der Mitte des 19. Jahrhunderts, vor allem in England, Frankreich und Deutschland im Film präzise aufgezeigt und die Situation der Arbeiter in den größer werdenden Fabriken filmisch gut verarbeitet. Neben dem Wirken von Karl Marx als Menschen aus Fleisch und Blut, lässt der Film den Entstehungsprozess des kommunistischen Manifestes und seinen Weg vom Junghegelianer zum Kommunisten erkennen.

Am Ende der Geschichtsstunde gab es einen regen Meinungsaustausch, denn für einen großen Teil der älteren Besucher rückten einstige Kapitalseminare wieder in den Vordergrund und nicht nur einmal war zu hören, „diese Lehren sind heute aktueller denn je“.

Helga Jungklaus aus Bad Salzungen meinte „Das war eine gute Auffrischung all dessen, was man schon einmal gelernt hat“. Der 28 – jährige Kunstmaler Max Kosta aus Eisenach ist zum Film extra nach Bad Salzungen gekommen und meinte „Es ist gut, dass es diesen Film gibt, denn der Blick in die Geschichte ist höchst interessant, weil man daraus auch für die heutige Gesellschaft Zusammenhänge erkennen kann. Nach meiner Ansicht bringt die zunehmende Digitalisierung ebenfalls ähnliche Probleme zutage, wie in der Mitte des 19. Jahrhunderts“.

Christine Dommer aus Bad Salzungen, als Insiderin der Frauenpolitik hatte besonders die Rolle von Jenny Marx und der Ehefrau von Friedrich Engels im Blick und meinte „Die These, dass erfolgreiche Männer auch starke und mutige Frauen an ihrer Seite haben, hat sich auch bei den beiden Philosophen bestätigt. Ich glaube der Film hat deutlich gemacht, dass eine Welt frei von Ausbeutung, auch heute das Ziel der Menschheit sein muss“.