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17. November 2017

Schutzkonzepte für Frauen stärken statt schwächen

Nicht zuletzt die aktuelle Me-Too-Diskussion zeigt: Frauenhäuser sind notwendiger denn je, seit Jahren gibt es eine unglaublich hohe Dunkelziffer von Männergewalt an Frauen im Alltag. 

Der Bedarf an Schutz - vor allem für Frauen - ist offenkun-dig so hoch wie vielleicht noch nie“, unterstreicht Karola Stange, Sprecherin für Gleichstel-lungspolitik der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag.

„Frauenhäuser sind und bleiben wichtiger Bestandteil des Schutzkonzepts für Frauen, die Opfer männlicher Gewalt geworden sind“, fügt die Abgeordnete hinzu. 

Sehr kritisch sieht die Abgeordnete Initiativen, die Frauenhäuser zur Disposition stellen wollen.  Dem Landtag liegt ein AfD-Gesetzentwurf „zur Förderung von Gewaltschutzräumen“ vor, der Schutzeinrichtungen für von Gewalt betroffenen Frauen und Männern unter ein und demselben Dach fordert. 

MdL Karola Stange dazu: „Es ist sehr durchschaubar, warum man damit Frauenhäuser zur Disposition stellen will: Die AfD verleugnet, dass es seit Jahrhunderten eine strukturelle Diskriminierung der Frauen in der Gesellschaft und im Alltag gibt, weil sie selbst dieses uralte patriarchale Weltbild in der Gesell-schaft verwirklicht sehen will.“ 

Mit der Gleichstellung der Männer mit den Frauen in Sachen Gewaltschutz werde „die Tatsache verharmlost, dass die Männergewalt gegen Frauen - auch immer verbunden mit dem Machtgefälle zwischen Männern und Frauen - das eigentliche gesellschaftliche Problem ist“. 

Natürlich gebe es auch Gewalt von Frauen gegen Männer und betroffene Männer brauchen auch Schutz. „Das darf aber nicht dazu führen, dass das jahrelang bewährte Konzept der Frauen-häuser zur Disposition gestellt wird, wie es die AfD versucht.“ 

Es zeuge „von Zynismus und Weltfremdheit“, wenn die AfD ausgerechnet in den Tagen der für die Gleichstellung und den Schutz von Frauen so wichtigen "Me-Too"-Diskussion einen solchen Gesetzentwurf vorlegt, „der kaum verhohlen einen Frontalangriff auf das Schutzkonzept und die konkreten Einrichtungen der Frauenhäuser darstellt“. 

Besonders zynisch am „Unter einem Dach-Vorschlag“ der AfD sei auch, dass er „die tatsächliche psychische Situation von Frauen völlig ignoriert, die akut von Männergewalt traumatisiert sind“. 

Stange weiter: „Es ist davon auszugehen, dass gleichstel-lungspolitische Organisationen wie der Landesfrauenrat dieses AfD-Konzept deutlich kritisieren als das was es ist: 

eine Ausgeburt eines sehr rechtslastigen Weltbildes, das die Unbilden einer männerdominierten Gesellschaft auf Kosten der Frauen mit Zähnen und Klauen verteidigen will. 

DIE LINKE ist weiter an der Seite derjenigen, die sich für mehr wirksame Gleichstellungsmaßnahmen zugunsten von Frauen und mehr Schutz für Frauen gegen Männergewalt z.B. durch weitere Stärkung der Frauenhäuser, aber auch für andere Unterstützungsangebote für Frauen einsetzen.“